Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge ~ Rainer Maria Rilke

► door: A.IJ. van den Berg

Er is toch éen modernistische roman geweest die ik ooit met interesse heb gelezen. Maar dat was wel een hele vroege. Rainer Maria Rilke’s Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge namelijk; een roman in de vorm van een dagboek. Al zal dit in een Nederlandse vertaling zijn geweest, toen ik te jong was om te begrijpen welke demonen Rilke erin bevocht; of welke ideeën erin aan de orde kwamen over de maatschappij aan het begin van de twintigste eeuw.

Weliswaar probeer ik nog altijd zo onbevangen te lezen. Niet helemaal is daarbij weg te denken wat ik inmiddels geleerd heb.

Een tweede poging om het boek te lezen mislukte ook volkomen.

De derde poging was nu. In het Duits. En vrij snel werd me duidelijk waarom dit boek me de eerste keer zo gegrepen had, en de tweede keer juist niet.

Hoewel dit boek een roman heet, heeft Rilke [1875 – 1926] het nooit anders als een prozaboek genoemd. Een verzameling van 72 prozagedichten had ook nog gekund. Meer nog dan wat de schrijver zijn hoofdpersoon laat zeggen, is van belang hoe deze het zegt.

Een heel aantal passages krijgen daarmee een sterke lading. Dan is het of Malte met woorden probeert te bezweren waar hij eerder nog geen taal voor had. Dit zijn emotionele passages die meeslepen en opzwepen en geweldig lezen voor wie daar dan open voor staat. Maar op een ander moment kunnen er voor precies dezelfde lezer gewoon te veel woorden op een pagina staan; omdat dan de kunstgreep ergernis oproept om gedachten steeds te herhalen, door slechts iets in de formulering te verschuiven.

Ik kwam ook deze derde lezing niet meer ‘in’ het boek. Rilke’s hypnotiseringspogingen kregen niet echt vat op mij; behalve in het hieronder geciteerde fragment — dat onverminderd prachtig blijft, om de ontdekkingen die Malte’s ademloze angst hem oplevert.

In plaats daarvan las ik de roman als het verslag van een jonge Deense man over zijn leven, rond 1900 in de grootstad Parijs. Van een man wiens vader overlijdt, wat hem tot bespiegelingen noopt over de dood, en dus over het leven. En ook over rijkdom en armoede, omdat er ineens geen geld meer is. Dus moet hij iets uitvinden om te gaan doen.

Daarbij knikte ik eens instemmend, bij een geslaagde formulering. En daarbij dacht ik na over hoe effectief het werkt om een roman in fragmenten te vertellen; omdat de lezer de gaten in het verhaal zelf wel invult. Tegelijk wordt zo’n boek daarmee onmogelijk om even samen te vatten; of te onthouden. Dus zit de waarde vooral in die beleving aan de taal, en heb ik deze roman op een goed moment in mijn leven gelezen; zonder dat terugkeer ooit nog weer mogelijk zal zijn.

scheiding

Ich sitze hier und bin nichts. Und dennoch, dieses Nichts fängt an zu denken und denkt, fünf Treppen hoch, an einem grauen Pariser Nachmittag diesen Gedanken:

Ist es möglich, denkt es, daß man noch nichts Wirkliches und Wichtiges gesehen, erkannt und gesagt hat? Ist es möglich, daß man Jahrtausende Zeit gehabt hat, zu schauen, nachzudenken und aufzuzeichnen, und daß man die Jahrtausende hat vergehen lassen wie eine Schulpause, in der man sein Butterbrot ißt und einen Apfel?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich, daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese Oberfläche, die doch immerhin etwas gewesen wäre, mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat, so daß sie aussieht, wie die Salonmöbel in den Sommerferien?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich, daß die ganze Weltgeschichte mißverstanden worden ist? Ist es möglich, daß die Vergangenheit falsch ist, weil man immer von ihren Massen gesprochen hat, gerade, als ob man von einem Zusammenlauf vieler Menschen erzählte, statt von dem Einen zu sagen, um den sie herumstanden, weil er fremd war und starb?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich, daß man glaubte, nachholen zu müssen, was sich ereignet hat, ehe man geboren war? Ist es möglich, daß man jeden einzelnen erinnern müßte, er sei ja aus allen Früheren entstanden, wüßte es also und sollte sich nichts einreden lassen von den anderen, die anderes wüßten?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich, daß alle diese Menschen eine Vergangenheit, die nie gewesen ist, ganz genau kennen? Ist es möglich, daß alle Wirklichkeiten nichts sind für sie; daß ihr Leben abläuft, mit nichts verknüpft, wie eine Uhr in einem leeren Zimmer -?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich, daß man von den Mädchen nichts weiß, die doch leben? Ist es möglich, daß man “die Frauen” sagt, “die Kinder”, “die Knaben” und nicht ahnt (bei aller Bildung nicht ahnt), daß diese Worte längst keine Mehrzahl mehr haben, sondern nur unzählige Einzahlen?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich, daß es Leute giebt, welche “Gott” sagen und meinen, das wäre etwas Gemeinsames? – Und sieh nur zwei Schulkinder: Es kauft sich der eine ein Messer, und sein Nachbar kauft sich ein ganz gleiches am selben Tag. Und sie zeigen einander nach einer Woche die beiden Messer, und es ergiebt sich, daß sie sich nur noch ganz entfernt ähnlich sehen, – so verschieden haben sie sich in verschie denen Händen entwickelt. (Ja, sagt des einen Mutter dazu: wenn ihr auch gleich immer alles abnutzen müßt.-) Ach so: Ist es möglich, zu glauben, man könne einen Gott haben, ohne ihn zu gebrauchen?

Ja, es ist möglich.

Wenn aber dieses alles möglich ist, auch nur einen Schein von Möglichkeit hat, – dann muß ja, um alles in der Welt, etwas geschehen. Der Nächstbeste, der, welcher diesen beunruhigenden Gedanken gehabt hat, muß anfangen, etwas von dem Versäumten zu tun; wenn es auch nur irgend einer ist, durchaus nicht der Geeignetste: es ist eben kein anderer da. Dieser junge, belanglose Ausländer, Brigge, wird sich fünf Treppen hoch hinsetzen müssen und schreiben, Tag und Nacht. Ja er wird schreiben müssen, das wird das Ende sein.

Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge Kapitel 14.
[pagina’s 19 — 21 in het boek]

Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
207 pagina’s
Süddeutsche Zeitung Bibliothek 26, 2004, oorspronkelijk 1910

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